International Retreat
Vom 5. bis 8. Oktober 2012 ist das internationale Familien Retreat der Entwichklungshelfer der Kirchen in PNG.Dieses Jahr war es in Alexishafen in der Nähe von Madang an der Nordküste von PNG. Wir, das heißt die „Highlander“ aus Goroka und Bans, trafen uns am 5. Oktober am Flughafen in Goroka. Am MAF (Mission Airviation Fellowship, www.maf-deutschland.de) – Terminal/Blechhütte wogen wir uns und unser weniges Gepäck, denn wir flogen in einem recht kleinem Flugzeug, genauer einer De Havilland DHC 6 300 Twinotter (wikipedia.org/wiki/De_Havilland_Canada_DHC-6), eines der legendären Buschflugzeuge der kanadischen Bergwacht. Die christliche Fluglinie betreibt davon mindestens zwei in PNG und ein paar kleinmotorige Chesna.
Die Beiden Piloten waren mir sofort sympathisch. Ein ewig lachender und lächelnder Australier und ein junger, süddeutscher Pilot sollten uns fliegen. Doch erst mal gab es Probleme mit der Starterlaubnis, denn das Wetter am Morgen in Goroka war regnerisch und tief bewölkt. Wir riefen unsere Zwischenlandeplätze in Wasu und in Kainantu an. Doch die Antworten waren ernüchternd. Im Dorf Wasu regnete es so stark das man die Hand nicht vor Augen sah und in Kainantu hingen die Wolken auf nur ein paar hundert Meter und es regnete in Strömen.
Trotzdem beschlossen wir zu starten. Denn es sollte sich noch aufklaren. In den Highlands Richtung Küste war es noch einigermaßen ruhig, einige Turbulenzen, aber das ist halt so in den Highlands. Je weiter wir jedoch zur Küste vordrangen, desto regnerischer wurde es. Ein richtiges Unwetter! Und das arme Flugzeug samt Fracht wurde kräftig durchgeschüttelt und von der malerischen Landschaft der Bismarksee sahen wir auch nichts.
Schließlich beschlossen die Piloten „So ging es nicht weiter,“ und in Lae zwischenzulanden und abzuwarten. Für alle, die noch nicht in Lae waren: Lae-International-Airport-Nadzab ist eine Halle mit ein paar Schaltern und einem „Terminalrestaurant“; nichts besonderes.
Nach eineinhalb Stunden ging es dann immer noch im Regen, aber mit schon viel hellerem Himmel weiter. Nun begann der abenteuerlichste Abschnitt des Fluges. Wir Steuerten auf Wasu zu, einem kleinem Dorf an der Küste, doch wegen der niedrigen Wolkendecke und dem Dauerregen konnten die Piloten nichts sehen. Wir flogen einige Schleifen über der Küste und hielten Ausschau. Dann plötzlich sahen die Piloten einen Bekannten Küstenabschnitt unter uns und gingen Steil tiefer schraubten sich bis eben über den Palmenwipfeln und plumpsten punktgenau auf den „Airstrip“ Wasu dem Fußballplatz der Schule. Doch damit nicht genug, dieser Platz war ja schon eine feuchte Wiese, aber mit den ganzen Regen eine knietiefe Pfütze. Trotzdem schafften es die Piloten schlittert vor den Hütten zu halten.
Wir beklatschten sie wild in unserer Erleichterung sicher gelandet zu sein. Und ich bin echt beeindruckt was für eine Musterlandung die Piloten bei schwierigsten Bedingungen auf dieser Piste hingelegt haben. Respekt!
Wir luden schnell den Arzt und seine nepalesische Frau samt Sohn ein und flogen zum nächsten Dorf, bei dem wir, bei schon ein wenig besseren Bedienungen, das Manöver wiederholten.
Auf unserem letztem Flugabschnitt nach Madang war das Wetter wieder OK, als wenn nichts gewesen wäre.
Dort wurden wir Begrüßt und es ging noch 20 min durch Palmenwald nach Alexishafen. Wunderschön gelegen auf einer Halbinsel ist das Tagungszentrum eine Perle des Pazifik mit, recht komfortablen Zimmern und ausgezeichnetem, abwechslungsreichem Essen. Dort begegnete ich zum ersten mal anderen Volontaire und kam schnell mit ihnen ins Gespräch.
Unsere Aufgabe war die Kinderbetreuung während sich die Erwachsenen Vorträge über Resilienz und Resistenz anschauten und Gruppendiskussionen machten. Zum Essen trafen sich alle und berichteten, was sie erlebt hatten. Am Abend saß man noch zusammen und trank die eine oder andere Cola oder Kokosnuss.
Am Sonntag fuhren alle Kinder, da zwei genau auf dem Wochenende Geburtstag hatten, an den Strand der Malalu-Plantation und wir Voluntaire hängten uns dran. Ein unvergesslicher Nachmittag an einem schwarzem Kiesstrand mit toller Brandung, Kokospalmen, großartigem Blick auf Karkar-Island und dem pazifischen Ozean.
Ich Deutschland hatte ich immer gesagt, dass ich erst angekommen in PNG gleich die nächste Palme erklimme und eine Nuss ernte, doof nur, dass es in Goroka keine Kokospalmen gab. Also musste es an der Küste nachgeholt werden. Kokosnüsse ernten ist ganz schöne Arbeit. Man muss erst auf die Palme rauf, um frische Kulau-Nüsse (Pdg: Grüne Kokusnuss im Gegensatz zur „Drai-Kokosnuss, wie sie in Dt. ankommt) zu bekommen, und dann muss die dicke Faserschicht ab und wenn man das alles geschafft hat, hält man eine knochenkarte Nuss in Händen.
Mein erster Versuch die Nuss zu „Knacken“ bestand darin mit meinem Taschenmesser ein Loch zu bohren, auszutrinken und sie auf einen angeschwemmten Baumstamm zu legen,um sie mit einem Knüppel zu bearbeiten. Die Nuss platzte in alle Richtungen auf und ich hatte Kokossplitter, aber das geht doch besser und eine Nuss für 6 Personen ist zu wenig!
Also schnell die nächste Nuss mit einem spitzem Baumstamm geschält und nun (mit dem Rat der Voluntaire von der Küste und einem Stein) präzise auf die „Narben“ der Nuss geschlagen. Violá, perfekt gespalten! So konnte man sich die Kokusnüsse schmecken lassen.
Am Abend gab es die Abschlssgala, für die mehrer Leute Spiele, Musikbeiträge und Theater vorbereitet hatten. Sehr lustig, sehr gesellig! Ich selbst beteiligte mich mit einer Poifeuershow zum Abschluss.
Am nächsten Morgen ging es wieder früh zum Flugplatz, diesmal bei strahlendem Sonnenschein, und zurück über die Dörfer und die grandiose Landschaft von der Küste bis ins Hochland.
Ein gelungenes Wochenende!
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